Beim Runden Tisch zum Thema „Integration“ in Hamburg am 7. September 2013 ergab die Zusammenarbeit in vier Arbeitsgruppen die folgenden Handlungsempfehlungen

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Runder Tisch über Integrationsprozesse „Die Rolle von russischsprachigen Zuwanderern in Integrationsprozessen Deutschlands - zu integriert um sichtbar zu sein?“

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Datum: Samstag, den 07. September 2013, 14.00 – 17.00 Uhr
Ort: Commundo Hotel Oberer Landweg 27, 21033 Hamburg

Beim Runden Tisch zum Thema „Integration“ in Hamburg am 7. September 2013 ergab die Zusammenarbeit in vier Arbeitsgruppen die folgenden Handlungsempfehlungen:

1.  Anerkennung von Abschlüssen

Die Anerkennung  ist für alle Zuwanderer und alle Abschlüsse anzustreben. Die ist allerdings noch nicht gleichzusetzen mit einem Arbeitsmarktzugang.  Dafür muss ein Bewerber eine umfassende Berufsberatung bekommen, um zu klären, ob für ihn eine Anerkennung tatsächlich eine sinnvolle Strategie ist.
Die Beratungsstellen müssen deshalb immer auf dem aktuellsten Stand sein, um eine professionelle Beratung anbieten zu können. 
Qualifizierung: Bei Anpassungsmaßnahmen ist die Praxis  genauso wichtig wie die Theorie, um den Fachkräften einen Einblick ins Berufsleben zu ermöglichen. Hier ist die Kooperation mit den Betrieben gefragt.
Für bessere Anpassung an das deutsche Arbeitssystem müssen Ergänzungsstudien und Traineeprogramme für Menschen mit ausländischen

Abschlüssen entwickelt werden, die sie auch besuchen dürfen, wenn formal die Anerkennung ohne Anpassungsmaßnahmen möglich ist.
Für die Bewerber, die sich nicht gleich trauen, eigene Qualifikation anzuwenden, sollen  Coachings angeboten werden.
Mit bundesweiten Stipendienprogrammen können die Lücken bei der Finanzierung  von Anerkennungsverfahren und Anpassungsmaßnahmen geschlossen werden.

Kooperation mit Betrieben: effektive Fördermittelprogramme (z.B. Zuschüsse, Steuererleichterungen) für Betriebe, die Migranten einstellen.
Migrantenquote für die Industrie wird gesetzlich vorgegeben.
Bei der Finanzierung von Anerkennungsverfahren und Anpassungsmaßnahmen ist nicht nur der Staat gefragt. Gerade bei Fachkräftemangel sollen auch die Unternehmen die Kosten der Anerkennung tragen.

2. Zugang zum Arbeitsmarkt

Einen Appell an die Politik richten, damit Migrantenquote und anonyme Bewerbung (ohne Geburtsortangabe) gesetzlich ermöglicht werden.
Mehr Werbung in allen Medien für die Beratungsstellen, die über aktuell nachgefragte Berufe und Praktika für Migranten informieren. Migrantenselbstorganisationen müssen das Arbeitsministerium beauftragen, ein Projekt  -Berufslotse- zu entwickeln.  Inhaltlich müssten die Berater des Projekts sich je nach Bedarf um die Verteilung  der Praktikumsplätze, berufsbezogenen Deutschkurse und weitere Deutschkurse für die berufstätigen Migranten, sowie PC-Kurse und Weiterbildungsangebote kümmern.

Maximale öffentliche Aufmerksamkeit der deutschen und russischen Medien auf die neuen gesetzlichen Regelungen und Angebote richten, dadurch entsteht ein Multiplikatoreneffekt über Verwandte, Bekannte, Nachbarn. Es sollen die Initiativbewerbungen und Teilnahme an Weiterbildungskursen, sowie an Projekten wie  „IQ“-Integration durch Qualifizierung und mehr einzelne Bildungsmodule, die für schon qualifizierte Migranten den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern, staatlich gefördert und bezuschusst werden.

Die Migranten sollen mehr Mut und Durchsetzungsvermögen zeigen und ihre  Potenziale sichtbar machen,  denn, weil Russland und BRICS sich im stetigen Wirtschaftswachstum befindet, werden verstärkt Leute, unter anderem mit Russischkenntnissen, auf dem Arbeitsmarkt benötigt.
Es gibt eine starke Nachfrage nach Fachkräften für Internationale Projekte und folgende Branchen: Energie, Elektrik, Elektronik und Mechanik, Maschinenbau, Logistikunternehmen Im- und Export,  Dienstleistungssektor, Erziehung und Bildung, Kunst- und Kulturbereich, öffentlicher Dienst.
In der heutigen globalen Welt ist die Interkulturelle Öffnung und Pflege von großer Bedeutung, daher muss rechtzeitig mehrsprachiges und interkulturell kompetentes Personal ausgebildet und eingestellt werden.
Der Zugang zu guten Jobangeboten durch ehrenamtliche Tätigkeit soll von der Politik und Öffentlichkeit unterstützt werden.

3. Mehrsprachigkeit

Den Politikern deutlich machen, dass Russisch den Status einer EU-Amtssprache bekommen sollte, um die Erledigung der Formalitäten für Neuzuwanderer sowie für ältere Migranten  zu erleichtern.

Das Thema muss in unserer Gesellschaft popularisiert werden, dafür alle Medien auf die Vorteile der Mehrsprachigkeit und Interkulturalität aufmerksam machen. Die Mehrsprachigkeit führt nicht zur Isolation sondern zur Bereicherung der Gesellschaft.
Der positive Einfluss der Mehrsprachigkeit auf die Entwicklung der Kinder soll auf der wissenschaftlichen Ebene erforscht werden.
Das deutsche Bildungsministerium müsste mehr interkulturelle Projekte  unter anderem Werbekampagnen für Bilingualität staatlich fördern. 
Ein effektives Programm zur Förderung der deutsch-russischen Schulen und Kindergärten, beispielweise staatlich anerkannte deutsch-russische Schule in jeder Stadt bzw. Region  muss angestrebt werden.

Mehrere Projekte zur Unterstützung  der Lehrgänge und Lehreraustausche mit Russland zur Verbesserung der Qualifizierung.
Die Lehrer an deutschen Schulen dürfen die Kommunikation in russischer oder einer anderen Sprache nicht verbieten, nur unterstützen und fördern.  Die Kinder sollen von den Eltern und Lehrern motiviert werden durch die Bildung der Sprachgruppen und interkulturellen Spielprojekte.
Die Kinder müssen die Möglichkeit haben zu Hause und in der Schule auf Russisch zu sprechen. Das ist eine große Herausforderung, alle Eltern dazu zu bewegen. Ein spezielles Förderprogramm –Muttersprache und Kultur bewahren- muss für die Migrantenfamilien entwickelt werden, auch mit Zuschüssen für die Eltern, wenn es notwendig ist.

4. Politik

Öffentliche deutsche und russische Medien beauftragen, das Interesse für Politik zu wecken und die Wichtigkeit, aktiv am Politikprozess der Bundesrepublik teilzunehmen, erläutern.
Auf der Bundesebene das allgemeine Interesse für die Politik in der deutschen Gesellschaft wecken.  
Parteiarbeit transparent und zugängig für die Öffentlichkeit gestalten.

Den Politikern klar machen, dass die Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit aus dem politischen Prozess automatisch ausgeschlossen sind.  Doppelte Staatsangehörigkeit für alle Migranten anstreben.

Jugendarbeit: Politische Bildung durch Vereinsarbeit, Jugendarbeit strukturieren und interessant gestalten, auch Mini-Projekte für politische Partizipation fördern. Mehrsprachige Infoveranstaltungen für Eltern und interessierte Jugendliche anbieten. Diskussionsrunden und Bildungslager für Jugendliche gestalten.  Mehr Information über Stiftungen und Stipendienprogramme verbreiten und im breiten Format an die Öffentlichkeit herantragen.
Abwechslungsreiche interkulturelle Veranstaltungen – Freizeitgestaltung  für Jugendliche und Erwachsene.
Auf die Perspektiven und viele Vorteile der politischen Arbeit aufmerksam machen, über die weiterführenden Folgen der Politik aufklären. Die Arbeit der Politiker mit Migrationshintergrund ausführlich beleuchten und Erfolge präsentieren.

Mehr außerparlamentarische Initiativen von den etablierten Parteien direkt an die Migranten herantragen. Die Zuwanderer persönlich ansprechen.
Die Politiker müssen für ein gutes Image der Politik selbst sorgen, mit eigenen positiven Beispielen voran gehen, damit Politik wieder ein angesehenes Tätigkeitsfeld ist.